AI Act Österreich: Checkliste für Unternehmen
13 Schritte, aktuelle Fristen und eine Vorlage für deine KI-Kompetenzmaßnahmen. Damit du Zuständigkeiten klärst und den KI-Einsatz in deinem Unternehmen nachvollziehbar organisierst.
AI Act Österreich betrifft auch Unternehmen, die KI-Tools einkaufen und im Arbeitsalltag einsetzen. Diese EU AI Act Checkliste hilft dir, Anwendungen, Risiken und nächste Maßnahmen zu erfassen. Stand: Oktober 2026. Diese Seite dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung.

AI Act Österreich: Welche Fristen gelten aktuell?
Die KI-Verordnung gilt schrittweise, der Digital Omnibus hat die Hochrisiko-Fristen rechtswirksam verschoben.
- Seit 2. Februar 2025: Verbote nach Art. 5 und Maßnahmen zur KI-Kompetenz nach Art. 4 sind anwendbar. Artikel 4 wurde im Juli 2026 angepasst.
- Seit 2. August 2025: GPAI-Pflichten gelten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck. Für Modelle, die bereits vor diesem Datum am Markt waren, läuft die Übergangsfrist bis 2. August 2027.
- Seit 2. August 2026: Transparenzpflichten nach Art. 50 gelten grundsätzlich, etwa Hinweise bei direkter KI-Interaktion und die Offenlegung von Deepfakes.
- Ab 2. Dezember 2026: Anbieter generativer KI-Systeme, die vor 2. August 2026 am Markt waren, müssen Art. 50 Abs. 2 zur maschinenlesbaren Kennzeichnung erfüllen. Auch das neue Verbot bestimmter sexualisierter Deepfakes wird anwendbar.
- Ab 2. Dezember 2027: Die verschobenen Hochrisiko-Regeln für Systeme nach Art. 6 Abs. 2 und Anhang III gelten, etwa für bestimmte Anwendungen in der Bildung oder bei der Kreditwürdigkeitsprüfung.
- Ab 2. August 2028: Die verschobenen Hochrisiko-Regeln nach Art. 6 Abs. 1 und Anhang I gelten für entsprechend eingestufte produktbezogene Systeme.
Der Digital Omnibus auf EUR-Lex ist seit 27. Juli 2026 in Kraft. Die Verschiebung ist kein Freibrief, bestehende Pflichten aufzuschieben. Prüfe zusätzlich Übergangsregeln für bereits eingesetzte Systeme.
Quellen: RTR-Zeitplan, EU-Kommission zum Inkrafttreten des Omnibus und GPAI-Pflichten samt Übergangsfrist. Die GPAI-Anbieterpflichten treffen dich nicht allein deshalb, weil dein Team ein fremdes Sprachmodell nutzt.
Praktische Checkliste: Welche AI Act Pflichten Unternehmen betreffen
Du klärst deine Pflichten pro KI-System anhand von Verwendungszweck, Unternehmensrolle und Risikoeinstufung.
Kopiere die Liste in dein Projektboard. Ergänze bei jedem Punkt eine zuständige Person, einen Termin und den Ablageort des Nachweises. Allgemeine Betriebsempfehlungen und besondere Hochrisiko-Pflichten sind zu unterscheiden: Nicht jeder Punkt ist für jedes System gesetzlich vorgeschrieben.
- [ ] 1. KI-Inventar erstellen. Erfasse Chatbots, Assistenten, Agenten und KI-Funktionen in bestehender Software. Notiere Anbieter, Version, Zweck, Nutzergruppen, Datenarten und Schnittstellen. Beziehe auch selbst beschaffte Tools aus den Fachbereichen ein.
- [ ] 2. Rolle bestimmen. Kläre Anbieter (Provider) und Betreiber (Deployer). Bei Nutzung fremder Systeme bist du typischerweise Betreiber. Eigene Entwicklung, eigener Markenauftritt oder wesentliche Änderungen können Anbieterpflichten auslösen. Halte die Begründung fest.
- [ ] 3. Risiko klassifizieren. Prüfe Art. 6 sowie Anhang I und III anhand des konkreten Einsatzes. Eine automatisierte Kreditwürdigkeitsprüfung kann hochriskant sein. Ein Sprachmodell ist nicht automatisch ein Hochrisiko-System. Begründe auch beanspruchte Ausnahmen.
- [ ] 4. Verbotene Praktiken ausschließen. Prüfe Art. 5 vor der Freigabe. Dazu gehört grundsätzlich Emotionserkennung am Arbeitsplatz, mit Ausnahmen für medizinische oder Sicherheitszwecke. Prüfe ebenso Social Scoring und manipulative Anwendungen anhand der gesetzlichen Voraussetzungen.
- [ ] 5. KI-Kompetenzmaßnahmen umsetzen. Plane Maßnahmen nach Art. 4 passend zu Aufgaben, Vorkenntnissen und eingesetzten Systemen. Beziehe relevante externe Mitwirkende ein. Dokumentiere Inhalte, Teilnahme und praktische Übungen mit der Vorlage unten.
- [ ] 6. Transparenzpflichten prüfen. Kläre nach Art. 50, wer welche Hinweise oder technischen Kennzeichnungen schuldet. Informiere bei direkter KI-Interaktion, soweit erforderlich. Prüfe Deepfakes und KI-Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse samt Ausnahmen.
- [ ] 7. Datenschutz klären. Prüfe Rechtsgrundlage, Datenminimierung, Informationspflichten, Auftragsverarbeitung und Drittlandtransfers nach DSGVO. Kläre, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist und ob Art. 22 automatisierte Entscheidungen betrifft. Beziehe Datenschutzverantwortliche ein.
- [ ] 8. Lieferantenverträge prüfen. Vereinbare zulässige Datennutzung, Unterauftragnehmer, Sicherheitsanforderungen, Änderungsinformationen und Unterstützung bei Vorfällen. Fordere die für deine Rolle erforderlichen Systeminformationen an. Vertragsklauseln ersetzen keine eigenen gesetzlichen Pflichten.
- [ ] 9. Menschliche Aufsicht festlegen. Bestimme, wer Ergebnisse prüft, Entscheidungen freigibt und das System stoppen darf. Sorge für Kompetenz und tatsächliche Eingriffsmöglichkeiten. Prüfe bei Hochrisiko-Systemen insbesondere die Anforderungen an die menschliche Aufsicht.
- [ ] 10. Protokollierung organisieren. Kläre, welche Vorgänge nachvollziehbar sein müssen, wer Logs einsehen darf und wann sie gelöscht werden. Prüfe bei Hochrisiko-Systemen die besonderen Aufbewahrungspflichten. Vermeide unnötige personenbezogene Daten in Protokollen.
- [ ] 11. Vorfallsprozess einrichten. Definiere Meldeweg, Abschaltung und Beweissicherung. Unterscheide fehlerhafte Ergebnisse, schwerwiegende Vorfälle und Datenschutzverletzungen. Kläre je nach Rolle, wer Anbieter oder zuständige Stellen innerhalb der einschlägigen Fristen informiert.
- [ ] 12. Verantwortliche Person benennen. Ordne jedem System einen internen Owner und eine Vertretung zu. Geschäftsführung, IT, Fachbereich und Datenschutz brauchen klare Aufgaben. Art. 4 verlangt keine eigene Position als KI-Beauftragter.
- [ ] 13. Erneute Prüfung einplanen. Überprüfe Einstufung und Maßnahmen bei neuen Modellen, Funktionen, Datenquellen oder Verwendungszwecken. Halte offene Aufgaben und Freigaben aktuell. Plane die Vorbereitung auf deine Hochrisiko-Frist mit ausreichendem Vorlauf.
Zur rechtlichen Einordnung: konsolidierte KI-Verordnung auf EUR-Lex, RTR-Risikostufen und verbotene Praktiken, RTR-Betreiberpflichten und RTR-Anbieterpflichten.
Für Punkt 6 helfen die RTR-Transparenzpflichten. Punkt 7 ergänzt die Prüfung nach AI Act: Die österreichische Datenschutzbehörde zu KI und DSGVO erklärt die parallel geltenden Datenschutzanforderungen.
Art. 4: Vorlage für deine Dokumentation
Diese Vorlage hilft dir, Maßnahmen zur Entwicklung der KI-Kompetenz nachvollziehbar festzuhalten.
Seit der Omnibus-Anpassung verlangt Art. 4 weiterhin Maßnahmen von Anbietern und Betreibern, aber keine Garantie eines bestimmten Kompetenzniveaus. Berücksichtige Vorkenntnisse, Aufgaben, Einsatzkontext und betroffene Personengruppen. Ein bestimmtes Zertifikat oder eine feste Zahl an Schulungsstunden ist nicht vorgeschrieben. Das erläutert die EU-Kommission zu Artikel 4.
Kopiervorlage: KI-Kompetenzmaßnahmen
- Unternehmen und Dokumentversion: Name, Datum, verantwortliche Person
- Zielgruppe: Namen oder Team, Aufgaben, relevante externe Mitwirkende
- Ausgangslage: Vorkenntnisse, Erfahrung, bisherige Schulungen
- Eingesetzte Systeme: Tool, Version, Zweck, betroffene Personengruppen
- Lernziele: Was Teilnehmende im konkreten Arbeitsprozess verstehen und anwenden sollen
- Inhalte: Systemgrenzen, Fehler, Verzerrungen, Datenschutz, Nutzungsregeln, Eskalation
- Durchführung: Datum, Dauer, Format, interne Trainer oder externer Veranstalter
- Teilnahme und Unterlagen: Teilnahmeliste, Materialien, Version der KI-Richtlinie
- Praxisübung und Rückmeldung: Aufgabe, beobachtete Schwierigkeiten, offene Fragen
- Nächste Maßnahmen: Vertiefung, neue Mitarbeitende, Änderungen am System, nächster Prüftermin
Die Dokumentation ist eine praktische Empfehlung, kein gesetzlich vorgeschriebenes Formular und keine Garantie vollständiger Compliance. Auch die RTR empfiehlt Dokumentation zu KI-Kompetenz. Bewahre personenbezogene Schulungsnachweise mit passenden Zugriffsrechten und Löschfristen auf.

Welche Stelle hilft dir in Österreich?
Die KI-Servicestelle bei der RTR bietet Orientierung zur KI-Verordnung und unterstützt beim Wissensaufbau.
Die RTR KI-Servicestelle ist eine Informationsstelle. Sie ist nicht allein durch diese Funktion deine zuständige Marktüberwachungsbehörde. Laut den aktuell abrufbaren RTR-FAQ zur Behördenzuständigkeit ist die nationale Umsetzung der AI-Act-Zuständigkeiten in Österreich noch nicht erfolgt.
Prüfe deshalb die aktuelle Zuständigkeit für deinen Sektor vor einer behördlichen Meldung. Für Fragen zur DSGVO bleibt die Datenschutzbehörde relevant. Die unmittelbare Anwendbarkeit der EU-Verordnung hängt nicht von der nationalen Behördenbenennung ab.
Von der Checkliste zu klaren Aufgaben
Ahoi Kapptn! hat KI erfolgreich in Produktion gebracht: Ein Angebots-Agent erstellt ein PDF in unter 60 Sekunden, ein Mensch prüft und gibt es frei.
KI-Schulung für dein Team
Arbeite mit deinen konkreten Anwendungen, Risiken und Freigaberegeln. Philipp Baldauf und Philipp Jahoda unterrichten unsere AI Masterclass und verbinden Strategie mit dem AI-Stack im Betrieb.
KI-Beratung für die Umsetzung
Kläre Anwendungsfälle, technische Anforderungen und Verantwortung für den Betrieb. Wir starten mit einem kostenlosen Erstgespräch und einer kompakten Discovery zum Fixpreis, die Umfang, Zeit und Budget planbar macht.
Local AI für sensible Daten
Unser KI-Assistent läuft auf deiner eigenen Hardware, ohne Cloud und externe API-Aufrufe. Auch beim lokalen Betrieb musst du KI-Verordnung und DSGVO anhand deines Einsatzes prüfen.
Wie startest du mit der Umsetzung?
Beginne mit dem KI-Inventar und kläre anschließend die offenen Fragen zu Rollen, Risiken und Kompetenzmaßnahmen.
Unsere KI-Beratung unterstützt dich bei der organisatorischen und technischen Umsetzung. Mit einer KI-Schulung für Unternehmen übersetzt du Nutzungsregeln in den Arbeitsalltag. Beziehe für rechtliche Einstufungen deine Rechtsberatung ein. Weitere Anwendungen und unsere Erfahrung im Betrieb findest du im KI-Hub von Ahoi Kapptn!.
Verwandte Leistungen
Häufige Fragen zur AI Act Checkliste
Ja, bei beruflicher Nutzung kannst du Betreiber eines KI-Systems sein. Maßnahmen zur KI-Kompetenz und weitere Pflichten hängen von Rolle und Einsatz ab. Die GPAI-Anbieterpflichten treffen dich nicht automatisch durch die Nutzung eines fremden Modells.
Artikel 4 schreibt kein bestimmtes Zertifikat vor. Seit der Anpassung im Juli 2026 musst du Maßnahmen zur Entwicklung der KI-Kompetenz ergreifen, ohne ein bestimmtes Kompetenzniveau zu garantieren. Dokumentierte, auf Aufgaben und Systeme abgestimmte Maßnahmen helfen dir, die Umsetzung nachvollziehbar zu machen.
Starte mit einer Liste aller KI-Anwendungen samt Zweck, Anbieter und Datenarten. Die Dauer hängt von Anzahl, Komplexität und Risikoeinstufung der Systeme ab. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir den Ausgangspunkt, die anschließende Discovery liefert einen Plan für Umfang, Zeit und Budget.
Das Erstgespräch mit Ahoi Kapptn! ist kostenlos und unverbindlich. Die kompakte Discovery hat einen Fixpreis, den wir für deinen Umfang vereinbaren. Weitere Kosten hängen von Schulungsbedarf, Systemen und technischen Maßnahmen ab.
Auch lokale KI-Systeme unterliegen den jeweils anwendbaren Anforderungen. Unser Local-AI-Assistent verarbeitet Daten auf eigener Hardware ohne externe API-Aufrufe. Rechtsgrundlage, Berechtigungen, Risikoeinstufung und menschliche Aufsicht musst du trotzdem prüfen.
Ahoi Kapptn! hat Standorte in Linz und Wien. Im Erstgespräch vereinbaren wir die passende Zusammenarbeit und klären, welche Termine vor Ort oder remote stattfinden. Für rechtliche Bewertungen bindest du deine Rechtsberatung ein.